Pressestimmen
23. Juni 2025
Festspiele weiterhin beeindruckend
Matthias Schorn, Faltenradio und das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt
Er gehört zu den Festspielen MV wie kaum ein anderer: Matthias Schorn, seit 18 Jahren Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker und Festspielgast in MV seit nunmehr 20 Jahren. Er findet für diese lange Zeit viele herzliche Worte der Zufriedenheit und Dankbarkeit, bis hin zu der Feststellung, er wisse gar nicht, wie sein Leben ohne die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern hätte aussehen können. Er weiß, wovon er spricht. Denn 128 Konzerte in einem Umfeld schönster, unverbrauchter Landschaftlichkeit und betreut von einem Team, das perfekte Organisation mit herzerwärmender Willkommenskultur zu verbinden weiß und wo man sich schnell wie ein „Familienmitglied“ aufgenommen fühlt, können sehr verbinden; von der Aufnahme- und Begeisterungsfähigkeit eines durchaus besonderen Publikums ganz abgesehen. Nun also 20 Jahre Matthias Schorn in MV; als Solistenpreisträger (2005), Preisträger in residence (2013) und Künstlerischer Leiter des Festspielfrühlings Rügen (2018). Sechs recht unterschiedliche Konzerte stehen im Plan zwischen dem 19. 6. und dem 27. 7., in Loitz (1), Konau (1) und Ulrichshusen (4), wobei die Angebotsspanne vom Gespräch bis zum Sinfoniekonzert reicht; inbegriffen den fulminanten und außerordentlich beliebten „Spezialfall“ mit dem Ensemble „Faltenradio“. Als da wären: Alexander Maurer (Steirische Harmonika, Bassklarinette); Matthias Schorn (B-Klarinette, Bassklarinette, Gesang, Percussion); Stefan Prommegger (Bassklarinette, Klarinetten in B und Es, Harmonika) und Alexander Neubauer (Klarinetten in B und C, Bassetthorn).
Schauen wir auf die beiden ersten Konzerte der Reihe.
Am 19. Juni, Loitz, Kleinstadt zwischen Greifswald und Demmin, historischer Ballsaal im Hotel Tucholski. Man drängt sich, denn man weiß, was kommt: Vier Herren aus Österreich, einer mit – tatsächlich – einem Faltenradio, was die scherzhafte Bezeichnung für die Steirische Harmonika, einem diatonischen Knopf-Akkordeon, ist, die anderen drei mit diversen kurzen und sehr langen Klarinetten, was schon auf die vielen klanglichen Möglichkeiten des Musizierens schließen lässt.. Eine Besetzung, auf die man erst einmal kommen muss. In diesem Falle verdankt sie ihr Zustandekommen einem Urlaubs-Bekanntschafts-Zufall und dem schnell gefundenen gemeinsamen Ziel dieser vier, als Musiker etwas für die Volksmusik tun zu wollen, ja, zu müssen. Daraus ist inzwischen ein künstlerisch veritables Unternehmen geworden. Was Faltenradio produziert – jeder ein brillanter Instrumentalist und Erzmusikant sowieso – entzieht sich jeder einfachen Beschreibung. Ein Riesenprogramm zwischen Klassik, Folk, Klezmer, Tango, Pop und Jazz und für dieses Weltmusikensemble ein Tummelplatz für Einfälle der erstaunlichsten Art.
Einiges davon servierte man in Loitz. Und das – im weitesten und durchaus anspruchsvollsten Sinne – auf denkbar vergnüglichste Art. Da ist die Besetzung – siehe oben – mit einem Riesenreservoir an auch ungewöhnlichen musikstilistischen, klanglichen und spieltechnischen Möglichkeiten. Dazu ein Repertoire, das weder Grenzen noch Tabus kennt, Originales anbietet, aber zumeist von Bearbeitungen lebt. Und das macht einen Gutteil des einmaligen Reizes dieser Besetzung aus. Das beginnt bei Altmeistern wie Bach und Merula, macht Halt bei Schubert, schielt nach Satie und Copland – um die bekannteren Namen zu nennen – und umreißt mit Namen wie Christoph Dienz, Viola Falb, Sepp Böhm, Artie Shaw, Andre Heller, Tero Hyväluoma, Tobias Reiser, Matthias Bartolomy und Vilko Ovsenik/Slavko Avsenik ein gewaltiges Spektrum fantasievoll genutzter Ausdrucksbereiche; zumeist in von Faltenradio bearbeiteter Form! Und da merkt man dann, was diese Musiker so alles können, zwischen barocker Polyphonie und alpenländischer Mordsgaudi („Knödelpolka“, „Schweizer Blut“), klassisch-romantischem „Ständchen“, folkloristischem Tanzbodenenthusiasmus, bei dem man kaum still sitzen bleiben kann, und – besonders hörenswert – den unterschiedlichsten Schattierung moderner amerikanischer Unterhaltungsmusikstile.
Wer will, hört natürlich auch heraus, dass Musiker wie Arrangeure klassisch (aus)gebildet sind und sich mit den kompositorischen Ausdrucksmitteln verschiedener Epochen auskennen. Der Gipfel des Vergnügens: „Schorny“ singt, schreit und tobt ungeheuer musikantisch und witzig in Text und Musik eine Parodie vom „Märchenprinzen“ ( ein Gruß aus Zeiten der „Allgemeinen Verunsicherung“). Auch auch das ein Merkmal für die Bandbreite an Ausdrucksebenen: etwa lyrische Zurückhaltung, melodischer Schmelz, vorwiegend aber (volks)musikantisches, tänzerisch ausgelassenes und, wenn man so will, auch „seriös“ kammermusikalisches Agieren. Das setzte diverse „Musiksprachen“ voraus, etwa barocke Polyphonie, diverse Ausdrucksmittel amerikanischen Ursprungs (Song, Jazz etc.), ambitioniertes Versenken in volkstümliche Musizierpraktiken oder auch die Nutzung von Stilmitteln modernen konzertanten Komponierens. Fazit: an Abwechslung (inklusive humoriger Moderationen) fehlte es nicht. Zählen wir noch Besinnlichkeit hinzu, für die Schorny mit einem melancholisch-trotzig anmutenden Lied über die sehr menschliche Notwendigkeit, „dass alles möglich sein solle, was es gibt“ sorgte. Aufmerksamkeit aber auch für eine jüdische Komposition, die auf so typische wie eindringliche Weise, melancholisch bis hemmungslos lärmend, für pure Lebensfreude plädierte. Wie denn das gesamte Programm weniger auf einzelne Komponisten und ihre Werke/Bearbeitungen zielte, sondern, viel wirkungsvoller, als Ausdruck eines vitalen, leidenschaftlichen Lebensgefühls erschien. Und das kam im Publikum sehr gut an!
Zwei Tage später: Matthias Schorn in Ulrichshusen. Diesmal als Solist gemeinsam mit dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt/Oder unter Jörg-Peter Weigle. „Schorny“ also so, wie man ihn vorzugsweise kennt: im sinfonischen Orchester mit Werken der konzertsaalfähigen Weltkultur von der Klassik bis in die Gegenwart. Er entschied sich für einen Komponisten, der die Klarinette sehr geliebt hat: Carl Maria von Weber. Seine Referenz: das Concertino Es-Dur op. 26. Nicht der „Kracher“, aber gut und geeignet genug, sowohl die Qualitäten des Werkes selbst als auch die eigenen unter Beweis zu stellen. Und mit den enormen gestalterischen Facetten seines Könnens zu demonstrieren, dass auch ein 8-Minuten-Stück zum unterhaltsam-anspruchsvollen Kunstwerk werden kann.
Und dann doch noch der „Kracher“: Georg Breinschmids (Wien) „Alt-Wiener Ausdruckstänze für Klarinette, Kontrabass und Orchester, ein Auftragswerk der Festspiele MV und des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt. Solisten: Schorn und der Komponist selbst. Breinschmid, ehemals auch bei den Wiener Philharmonikern, ist ein atemlos machendes Wunder auf dem Kontrabass und ein Komponist, der die musikalische Welt mit einer Melange aus Jazz, Blues, Ragtime, Klassik, Wiener Lied, Kabarett und Dada – immer mit Hut auf dem Kopf – grenzgängerisch in Erstaunen und helle Begeisterung versetzt. Auch in Ulrichshusen, wo Schorn und der generell sein Instrument nur zupfende (aber wie!!!) Breinschmid sowie das Orchester sichtlich keine Mühe hatten zu beweisen, dass Musik ungeheuren Spass machen kann; vor allem dann, wenn sich virtuose spieltechnische Fertigkeiten, größte Musizierlust und eine kaum zu bändigende, mit hintergründigem Humor gewürzte Fantasie unlösbar miteinander verbinden. Da braucht es nur Minuten, um einen großen Saal buchstäblich „in Bewegung“ zu bringen. Ein Knüller schon deshalb, weil hier eben nicht mit billigen Versatzstücken gearbeitet wurde und der „Witz“ eines solchen Unternehmens kein platter war. Kein Wunder, dass man in der großen Konzertscheune aus dem Häuschen war und dann noch mit einer Solo-Duett-Zugabe belohnt wurde, bei der es die Besucher kaum noch auf den Stühlen hielt…
Da war dann eine Pause ganz gut, um „runter zu kommen“. Dann aber schnell wieder hoch. Denn was die Brandenburger dann mit Beethovens 6. Sinfonie („Pastorale“) boten, ließ erneut begeistern, nur eben anders. Weigle und sein Orchester ließen wirklich keine Wünsche offen. Jeder Ton, jedes Motiv, jede Phase, jedes Thema schienen aufmerksam behandelt, waren Teile eines so schlicht wie stringent und dynamisch fein ausgearbeiteten, klanglich noblen Musizierens. Kein Sich-Verlassen auf die Wirkung eines traditionell a priori erfolgreichen Werkes; dafür tatsächlich viel Empfindung, die feine Klinge, gefühlvoll und sensibel gehandhabt als Voraussetzungen für dann wieder befreit und lustvoll ausgelebte Unbeschwertheit im Wortsinne „natürlichen“ Erlebens. Ländliches, so bildhaft griffig wie jeweils individuell gewünscht, Mentales als fast schon zwingend musiziertes Angebot – da lohnte genaues Hinhören, gerade weil man gern glaubt, schon alles zu kennen. Da ist Irren möglich. Übrigens korrespondierte dieses Werk und eine solche bewegende Aufführung bestens mit der Umgebung: sehr ländliche Gefühle in und um Ulrichshusens traumhaft schöne Idylle, Sonne pur und 26 Grad Wärme. Das hatte schon etwas von einer gesundheitsfördernden Therapie!
Die Entspannung an jenem Tag aber war damit noch nicht beendet. Die Veranstalter hatten spätabendlich noch zu „Schornys Stammtisch“ in Ulrichshusens Schloss geladen. Wie vorauszusehen: Wiener Musik vom Feinsten mit dem Faltenradio und ein lebendiges, von vielen Bildeinblendungen unterstütztes Erinnern an 20 Jahre Schorny in Ulrichshusen, Fakten, Erlebnisse, Anekdoten und Geschichte mit Julia Sinnhöfer (Moderatorin), dem Begründer der Festspiele, Matthias von Hülsen, und dem Ensemble Faltenradio. Das war informativ und sehr unterhaltsam. Nicht zuletzt unter dem Aspekt: 35 Jahre Festspiele MV. Passend dazu ein bewegendes Statement Matthias Schorns, der mit dem Verweis auf die Notwendigkeit von Kunst gerade heute sicher auch für viele seiner Kollegen sprach: Es ist schon so! Die Festspiele MV sind weit mehr als nur eine Folge von gut organisierten Konzerten, und ihr Zweck erschöpft sich nicht in einer statistisch zwar erfassbaren und beeindruckenden, das Wichtigste aber, eine Mission, ja eine Vision zu haben, nicht berücksichtigenden Tabelle. Darin liegt Zukunft!
19. Mai 2025
„Überschall“ vom Ensemble Faltenradio: Ausgelassen und doch berührend
Das Ensemble Faltenradio zeigte mit dem neuen Programm „Überschall“ in der Sporthalle Aschbach vor, was alles in der Musik steckt.
Eben erst ist das Ensemble Faltenradio im Wiener Konzerthaus aufgetreten und ist Stammgast auf internationalen Festivals. Am Samstagabend machte es in der Sporthalle in Aschbach Station. Im Gepäck das neue Programm „Überschall“. Souverän und mit einer Portion Charme präsentierte das beispiellose Quartett (Alexander Maurer, Steirische Harmonika, Matthias Schorn, Stefan Prommegger und Alexander Neubauer, Klarinette) eine höchst erstaunliche Mischung verschiedener musikalischer Stile wie Jazz, Tango und Klezmer, aber auch klassische Musik, wie etwa Richard Strauss, und Volksmusikmelodien. Das Ensemble, dessen Name auf den Kosenamen des Knopfakkordeons zurückgeht, befand sich in fabelhafter Verfassung und zeigte, welch wunderbare Facetten sich in der Musik entdecken lassen. Einerseits setzte es auf Ausdruck, ließ einen Hauch von Ausgelassenheit durchblitzen, andererseits entwickelte es Klangbögen von ungeahnter Kraft. Leuchtkräftiger, aber auch verinnerlichter lassen sich die ausgewählten Melodien kaum interpretieren – noch dazu in einer kaum überbietbaren Präzision und mit einem nie erlahmenden Elan. Wieder ein Höhepunkt des vielfältigen Programms des Kulturvereins 361°. Mit stehenden Ovationen wurde der Auftritt bedankt. Als besondere Zugabe gab es eine Interpretation des Hits „Der Märchenprinz“ der Kultband EAV.
19. Februar 2025
Die Philharmoniker bereisen mit Riccardo Muti alte und neue Welten
Bei seiner 4. Soirée erprobte das Orchester unter Mutis Leitung das zweite der drei Programme für das gemeinsame Gastspiel in New York: Mozart und Dvořák, ernst und groß. Schuberts „Tragische“ und Bruckners Siebte sind bereits vorbereitet, die erklingen zudem nächsten Dienstag, bei einem Abstecher nach Mailand ans Teatro alla Scala.
Davor, am kommenden Wochenende, dirigiert Riccardo Muti im regulären Abokonzert-Termin im Goldenen Saal auch noch Schuberts „Große“ in C-Dur und Strawinskys „Kuss der Fee“-Suite, ergänzt um eine italienische Rarität: „Contemplazione“ von Alfredo Catalani, dem Komponisten der „Wally“. Und von Mailand aus geht es dann nach New York, für drei Konzerte in der Carnegie Hall ab 28. Februar. Ein in jeder Hinsicht eng getaktetes, anspruchsvolles Programm – und ein bisschen war das auch an kleinen Unsauberkeiten zu vernehmen, die sich am Dienstag fallweise in Wolfgang Amadé Mozarts „Jupiter-Symphonie“ und bei Antonín Dvořáks Neunter zeigten.
Aber Muti wäre nicht Muti, könnte er den gemeinsamen Interpretationen nicht auch so seinen unverkennbaren Stempel aufdrücken. Und auch die Philharmoniker wären nicht sie selbst, würden sie nicht blitzschnell aufeinander reagieren und im schönsten Falle in musikantischer Freiheit sich aussingen: Etwa dann, wenn Matthias Schorn seine Klarinettensoli mit dem zartesten und dennoch niemals abreißenden Pianissimo serviert.
Düsterer Grundton
Kantig, finster, ruppig: Schwang schon in der langsamen Einleitung zu „Aus der neuen Welt“ ein Kommentar zur gegenwärtigen politischen Lage in den USA mit? Dvořáks Partitur gibt freilich das Herbe bereitwillig her, ohne dass man sie erst in diese Richtung trimmen müsste. Mutis immer pointierte Deutung betonte jedenfalls die grimmigen Auseinandersetzungen, die sich zwischen Lyrik und Dramatik ergeben.
Tschechische Volksmusik, Spirituals, Musik der amerikanischen Ureinwohner? Es gehört ja gerade zu Dvořáks Großtaten, sich die Einflüsse nicht fein säuberlich auseinanderdividieren zu lassen. Egal, ob die Sehnsuchtsgesänge des Largo über der Prärie oder über böhmischen Feldern erklingen: Wichtig ist, dass sie ihren Zauber entfalten. Die leisen Tremoli der geteilten Streicher, die ausdünnenden, stockenden Soli, der letzte Aufschwung, die famos sonoren Schlussakkorde der Kontrabässe; im Finale dann auch die aufmüpfig nachschlagenden Achtelnoten der Hörner: Das waren diesmal jedenfalls Höhepunkte.
Faszinierend auch, wie Muti über jede Phrase der „Jupiter-Symphonie“ neu nachgedacht zu haben schien und vom gemessenen, von seiner Galanterie geradezu beschwerten Kopfsatz einen großen Bogen hin zum Esprit der Aufklärung im Fugen-Finale spannte. Mozart im alten Stil? Vielleicht – aber mit neuem Sinn.
19. Februar 2025
Riccardo Muti and the Vienna Phil: Dvořák glows in the golden Musikverein
Watching the Vienna Philharmonic’s eight double basses lined up along the rear of the Musikverein stage is a joyous sight. Led by Ödön Rácz – who often seems to play by pugnaciously rocking his instrument back and forth rather than by moving his bow! – they provide a sturdy foundation, their position behind the woodwinds and brass literally enveloping the orchestra in string sound. In their account of Dvořák’s New World Symphony under the hawk-eyed Riccardo Muti, that burnished string sound was especially wonderful.
Muti debuted with the Vienna Phil in 1971 and he has conducted them over 500 times. Their relationship feels like a comfortable pair of cosy old slippers – they know how this music goes, he knows they know how the music goes and he trusts them to play it without too much fuss or intervention.
And my, they know how to play Dvořák 9! This was an expansive performance (48 minutes, including the first movement exposition repeat) but full of incident and satisfying detail. The powerful brass never swamped the rest of the orchestra, even in the dynamic swells that brought the first movement coda to an exciting close. Rabble-rousing in the Scherzo – the final chord earning an approving nod from Muti – the brass contributions to the finale, launched fiercely by the double bass team before a gorgeous clarinet solo from Matthias Schorn, were thrilling.
But it was the Largo that was the highlight of the evening. Wolfgang Plank’s creamy cor anglais theme was milked for all its worth, Muti bringing out the accompanying string detail like a watery shimmer. The movement’s dying moments, where Dvořák scales the instrumentation down to ten strings, then to a string quartet, were luminous, glowing embers that seemed to echo the Großer Saal’s golden lustre.
If Dvořák’s Ninth was the perfect fit in the Musikverein, Mozart’s Jupiter beforehand was unfashionably well-upholstered. Historically-informed performance practice has left the Vienna Philharmonic largely untouched – hard timpani sticks made little impact – and their account of K551 was carved from granite. Or perhaps marble, because the sheen of the strings – 26 violins – was undeniably very beautiful.
Tempi were unhurried but the playing was well balanced and rhythmically alert, apart from the Menuetto where, although Muti beat one-in-a-bar, it felt more like a waltz, a hangover perhaps from his New Year’s concert last month. In the intricate finale, Muti’s moderate tempi permitted clarity rather than the adrenalin rush of period instrument speeding, every strand of the fugue audible, building to an exultant climax. This was chocolate box Mozart for a chocolate box hall, but why not indulge in calorific craving once in a while?