[…] So haben der Flötist Jozef Hamerník und der Klarinettist Matthias Schorn auf alle Fälle in dem hochkarätigen Darguner Preisträgerkonzert der Festspiele die hohe Schule des Freiluft-Musizierens gelernt. Die Qualität ihres beseelt virtuosen Musizierens entschädigte für jeden Überschall im Ohr. Bei der engagierten Russischen Kammerphilharmonie unter ihrem St. Petersburger Haudegen Juri Gilbo war es sogar entgegenkommend, von Wind und Nacht- Kreatur ab und zu den Klang zu übertönen – fiel doch so das Nachhinken der Bläser in Mozarts „Figaro“-Ouvertüre und in Mendelssohn-Bartholdys „Sommernachtstraum-Ouvertüre“ nicht so ins Gewicht, und der Klang einer sympathischen Holzfällerbrigade (selten auf dem Punkt, wenig geschliffen im Klang und oft verschleppt) lieferte trotz gelegentlicher Rafinessenlosigkeit noch einen soliden Begleit-Teppich für die beiden jungen Solisten. Und die lieferten in Solo- und Doppelkonzerten ein derartiges musikalisches Feuerwerk – dem architektonischen Lichtzauber am Ende des Konzerts nicht unähnlich –, dass man einfach überwältigt sein musste von ihrem melodischen Zauber in Mozarts Flötenkonzert Nr. 2 und Webers Klarinettenkonzert. In dem charmanten Flöten-Klarinetten-Konzert des Mozart-Zeitgenossen Franz Danzi boten die üppige Klarinette des 23-jährigen Soloklarinettisten des Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, Matthias Schorn, und der durchsichtig-zarte Querflöten-Ton des 21-jährigen Mozarteum-Schülers Jozef Hamerník Musik von wunderbarer Leichtigkeit. Dieses optisch wie akustische Dreamteam näherte sich auch dem Flöten-Klarinetten-Doppelhopper von Saint-Saëns, klangsinnlich und originell artikuliert, voll Mut zum auffälligen Beschleunigen, der „Tarantelle“, betörend und innehaltend. Das Prinzip, Festspiel-Preisträger gemeinsam auf die Bühne zu stellen, nimmt immer mehr Konturen an – und diese Idee des Festivals beflügelt die Solisten und füttert das Publikum mit außergewöhnlichen Klangerlebnissen, wie dieses Konzert mit Piazzolla-Zugabe und begeisterten Zuschauern bewies. […]

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